Follow me
Frühstück – lecker! Ein halbes Schinkenbrötchen, zarter, rosa Schinken mit einem Hauch Fettrand… Caprice läuft das Wasser im Mund zusammen. Nein, ein Dieb ist sie nicht, aber dieser Duft, so unwiderstehlich und niemand da der es sieht… (ich bin schon da, aber rühre mich nicht). Caprice denkt und ist im Zweispalt zwischen guter Erziehung und … diesem hundsgemeinen Schinkenbrötchen.
“Hallo, Brötchen..wie geht es Dir?”
“Warst Du eigentlich schon einmal im Garten?, Na, dann komm mal mit – warte ich helfe Dir….”
Caprice zieht zärtlich das halbe Brötchen vom Teller, hält inne (der innere Schweinehund meldet sich) horcht – kein Donnerwetter unterbricht das Tabu – und, Glückes Geschick, der Weg zum Garten ist offen… just follow me..
Nach einer Weile kommt sie, wenn sie könnte: fröhlich pfeifend, zurück, guckt sich um und mir direkt in die Augen…
noch etwas Butter im Bart..

Wie schön ist das erzählt!
Caprices Verhalten erinnert stark an das eines Kindes: Ich weiß, ich darf es eigentlich nicht, es ist aber soo verlockend und niemand sieht es – zumindest glauben sie das… Und dann schnell wieder kommen, ein Bild der Unschuld und Artigkeit… Nur der Krummel am Mumd oder die Spur der Schokolade ist noch da!
Aber Hand auf’s Herz! Nicht nur Caprice kann manchmal nicht wiederstehen… sondern auch wir! Diese kleinen Sünden machen uns und sie doch so sympathisch…
Ich habe herzhaft gelacht, so schön ist es geschrieben. Und ihre Enkelin Qissy ist der gleiche Schlag, das kann man jetzt schon merken!