Archiv für die Kategorie „Landseer Humor“
Helicobacter Landseeri
Der Helicobacter Landseeri ist ein Bakterium das das menschliche Herz besiedeln kann. Die Infektion und deren Verlauf ist immer sehr individuell:
Manche Infizierte leiden unter Realitätsverzerrung und rufen ihren 70 KG-Brummer “Mäuschen” oder “Hasi”. Grundsätzlich geht auch immer eine Sehstörung einher in dem die Größenverhältnisse des Landseeri einer kompletten Fehleinschätzung unterliegen: ”Es war ein riesengroßer Mops, der meine(n) Kleine(n) gemobt hat”…
Sie leiden unter Kaufzwang von Leinen mit Butterflyprint und holen Gänseblümchenbestickte Hundedecken mit Schlummerlied “LaLeLu” in den Maßen 1,50 m x 2,00 m. Landseeri-Infizierte haben demzufolge auch immer Automobile in denen mindestens eine ganze Schafherde transportiert werden könnte. Spielzeug wird nach streng-pädagogischen Gesichtspunkten beschafft: “Bitte keine Ente die Muh macht” und Futter wird, nach ernährungsphysiologischen Kriterien, selbst gejagt gekauft.
Andere durchlaufen eine Metamorphose retro, also vom Schmetterling zur Raupe. Die äussert sich in Form von schlammfarbener Outdoorbekleidung, wasserdichtem Schuhwerk mit Profil und windschnittiger Frisur. Einige versuchen aus der Infektion eine Tugend zu machen und werden kreativ: sie verspinnen Landseeri-Wolle, stricken niedliche Eierwärmer in weiß-gefleckt und basteln Unerfindliches, daß nur andere Landseeri-Infizierte schön finden. Überhaupt ist der Kontaktbedarf der Landseeri-Infizierten zu Nicht-Infizierten sehr eingeschränkt. Landseeries fühlen sich überwiegend nur in Gesellschaft anderer Landseeries wohl. Hier finden sie Verständnis und Applaus, wenn sie zwei Stunden lang über die Ohrstellung ihres Landseeri und deren Bedeutung referieren.
In schwerwiegend-infizierten Fällen züchten die Betroffenen den Landseeri und verbreiten damit neue Ansteckung. Sie fühlen sich ausgesprochen glücklich mit ihrer Infektion und den geschaffenen Resultaten die sie “Mäuse” nennen…
Die Helicobacter Landseeri Infektion überträgt sich durch Blickkontakt. Die wirksamste Prophylaxe gegen das Bakterium: Schauen Sie einem Landseeri nie zu tief in die Augen.
Kontaktadressen für Betroffene www.landsser-info.de
Es hat geschneit…
Es sind Federn, genauer gesagt: 400 gr weiße Daunenfedern. Aus meinem ehemaligen Sofakissen. Davor sitzt eine fröhliche Landseerjunghündin, freut sich des Lebens und wedelt mit der Rute Daunenfedern hoch. Irgendwie merkt sie das ich mich nicht mitfreue – was sie zu noch heftigerem Wedeln veranlasst. Eine einsame, weiße Federflocke setzt sich auf die Lakritznase und mit dieser schauen mich tiefbraune Augen entschuldigend an. Wortlos hole ich den Sauger und sauge Federn.
Machen wir uns nichts vor: Landseer im Teenageralter sind Weltenzerstörer. Es sind immer die anderen Welpen die nie nichts kaputt machen. Die Braven, die mit dem Heiligenschein… Meine Welpen und Junghunde haben alle die Zerstörerphase ausgelebt und dabei ganz individuelle Vorlieben entwickelt.
Vor zwei Jahren bekam ich ein tolles Geschenk der Telekomiker. Für besonders treue Kunden. Ich hatte innerhalb von sechs Monaten vier Mobilteile “Sinus T301″ nachbestellt. Fabio hatte mit sechs Monaten einen Heidenspaß diese Plastikdinger zu schreddern. Ich konnte mir bei jedem neu gelieferten Mobilteil noch so sehr vorbeten “Diesmal paßt Du auf!” Fabio fand instinktsicher das Teil auch wenn ich es nur eine Minute aus der Hand legte. Ich kann das Innenleben haargenau beschreiben: zwei grüne Platinen, verbunden mit zwei braunen Kabeln, mehrere bunte Leuchtdioden…Die Plastikfreaks zerlegen Handys, Fernbedienungen, Chipkarten, Ketchupplastikflaschen mit und ohne Inhalt.
Dann gibt es noch die Nagesageplage. Die juvenile Form liebt Tisch- und/oder Stuhlbeine aus Holz – Holz in seiner ganzen Vielfalt: Kaminholz, Besenstiele, Treppenstufen und Türen…. wichtige Papiere fallen übrigens auch unter die Rubrik “Holz” ebenso Zeitschriften oder… Bücher… Über die Nager kommen wir übergangslos zu den Textilanbetern.
Diese Sorte Junghund liebt Textilien in jeder Form und vor allen Dingen deren Umgestaltung. Das Zauberwort heißt “Reißverschluss”. Diese Schließart wird vom Junghund besonders innig geliebt und untersucht: wie geht der Zipper ab, wie lang ist so ein Reißverschluss wenn man ihn in die Länge zieht und wie kaut es sich darauf… und wo man schonmal dabei ist, könnte man auch gleich nachsehen: wie sieht so ein Hundebett eigentlich von innen aus? Weiß, soviel ist mal sicher…
Sicher weiß ich auch eines: Junghunde im allgemeinen und Landseerjunghunde im Besonderen sind neugierig und verspielt. Sie schreddern unsere Sachen nicht um uns zu ärgern, sondern weil sie “begreifen” möchten… und das geht nunmal nicht immer ohne Löcher…
So, das war es für Heute.. wo ist mein Telefon…. wo ist denn… NEIN!
Hundepsychologie im Dialog..
Schmidt, schönen guten Tag Frau Meier
Tagchen Herr Schmidt. Na, wie macht sich Ihr Balu? Kommen Sie voran?
Deswegen rufe ich ja an: Balu hat sich in meine Wade verbissen und schüttelt sie.
Oh oh: das ist ein Rückschritt. Aber wir wussten ja, das es ein langer Weg werden wird.
Ja. Ich weiß. Aber was mach’ ich jetzt? Hölle, tut das weh!
Herr Schmidt. Sie müssen Ihre eigenen Befindlichkeiten ein wenig zurückstellen. Wie tief beißt Balu gerade zu? Mehr als ein Viertel eines halben Hundezahnes?
Moment. Ich schau’ mal…. Ja! Es blutet stark.
Dann ist es schon Beisstufe 5. … Gut. … Das ist eindeutig aggressiv. Haben Sie schon versucht, Balu mit Gewalt wegzuzerren, oder ihn zu schlagen?
Selbstverständlich nicht!
Gott sei Dank! Sehr gut. Negative Eindrücke bleiben beim Hund stärker haften, als Positive. Das sollten wir auf jeden Fall vermeiden.
Auuua! Aaah!
Herr Schmidt. Bitte! Natürlich darf Ihr Hund spüren, dass Ihnen das nicht gefällt. Aber achten Sie bitte darauf, ihn nicht zu verstören. Er kennt solche lauten Töne doch gar nicht, und das könnte ihn aus seinem seelischen Gleichgewicht bringen.
Ja, ja. Schon gut.
Wie weit ist das “Aus” schon gefestigt, Herr Schmidt?
Eigentlich gar nicht – booaah, das tut weh! – der Sch…lingel macht nur “Aus”, wenn er dafür sein Lieblingsleckerchen bekommt, und auch dann nicht immer.
Okay, dann scheidet das aus. Wir geben Kommandos nur, wenn wir sie auch durchsetzen können. Nichtwahr, Herr Schmidt?
Ja, klar.
Dann müssen wir ausnahmsweise einmal eine etwas gröbere Methode anwenden, Herr Schmidt. Sagen Sie “Nein!”. Energisch, aber nicht böse oder drohend nur so laut, dass er verblüfft ist. Balu ist ein sehr sensibler Hund. Wir wollen den kleinen Racker ja nicht traumatisieren.
Nein, auf gar keinen Fall! In Ordnung, ich probier’s: ” Baluchen, Nein! ”
Was macht Balu Herr Schmidt?
Er schüttelt. Ursula! Würdest Du bitte mal das Blut aufwischen? Baluchen bekommt ja ganz nasse Pfoten!
Herr Schmidt. Ich denke, da hilft dann nur noch Ignorieren. Vermeiden Sie jeden Blickkontakt, sprechen Sie nicht mit ihm, berühren ihn nicht und unterlassen alles, was sein Verhalten belohnen könnte.
Ich habe sowieso Sehstörungen, und irgendwie lalle ich beim sprechen.Ich werde auch sehr müde. Wahrscheinlich macht sich der Blutverlust bemerkbar.
Aha. Verstehe. Also dann bitten Sie doch Ihre Frau, dass Sie mit dem Clicker und einem Leckerchen bereitsteht. Sobald Balu das Interesse verloren hat und los lässt bitte sofort mit Clicker und einem Leckerchen positiv bestärken. Dabei ist das Timing sehr wichtig, aber das wissen Sie ja. Herr Schmidt?….Herr Schmihiedt?
Hier ist Frau Schmidt. Mein Mann ist gerade bewusstlos geworden. Ich habe alles mitgehört und Clicker und Leckerchen schon in der Hand!
Klasse, Frau Schmidt! Das wird schon. Sie sind auf dem richtigen Weg.
Danke, Frau Meier, wenn wir Sie nicht hätten….

