Landseer – vom Virus zur Infektion

 Es fängt meistens ganz harmlos an: ein Familienhund soll es sein. Nein, nicht so was Kleines – etwas zum anfassen und festhalten und knuddeln… und so…. Gelehrig soll er sein, intelligent und sozialverträglich, eben ein Hund zum liebhaben. 

Rasseportrait lesen, Internetseiten googlen, Ausstellung besuchen  – da steht ER !

Ein Traum aus weißem Seidenfell mit schwarzen Flecken die das Weiß noch Weißer strahlen lassen. Ein kraftvoller Körper mit stahlharten Muskeln verjüngt sich zu einer Wespentaille. Das Gesicht so freundlich erhellt von einem weißen Streifen mittendurch und Augen aus denen schokoladenfarbene Herzchen blinken: ein Landseer. Wenn er dann noch die Pfote zum schütteln hinhält ist das Landseervirus schon aktiv. 

So EINER soll es werden – so EINER muss es sein. Wo bekommt man so einen Traum? Ah ja – beim Züchter. Wieder tausende Internetseiten wälzen. Nein, die meistens Züchter haben keine Welpen. Geduld ist die erste Disziplin die ein neuer Landseerfan lernt. Bei Landseer gehen die Uhren anders und so stellt man sich, bei Kaffee und Kuchen,  „seinem“ Züchter vor, wird der zukünftigen Mutter seines Welpen präsentiert und nicht selten entscheidet sie ob man wiederkommen darf….. 

Die Spannung steigt mit der Läufigkeit der Mama in spe, dem Deckakt, dem Kaffeesatz lesen ob die Hündin trächtig ist und der Nachricht: „ Ihr Welpe wurde geboren“.

Nun gibt es kein Halten mehr: Welpendecke und –spielzeug werden gekauft, Leine und Halsband – in Lila mit Gänseblümchen bestickt – wird zum „Must Have“ …  Der Welpe – drei Stunden alt – wird zur Welpenspielstunde angemeldet und die funktionalsten Outdoor-Outfits geordert. Man muss sich gut vorbereiten… 

Die Zeit bis zum ersten Welpenkontakt vergeht so langsam – aber sie vergeht und dann ist der Tag da: man besucht seinen Landseerwelpen zum ersten Mal. Das Glück kennt nun keine Grenzen mehr und das Virus hat leichtes Spiel in dem vor Glückshormon überquellenden Wirtskörper vorzudringen. Unaufhaltsam, still und leise. Der Infizierte merkt davon nichts bis zu dem Moment wenn ihn sein Welpe anblinzelt und dann – dann ist er für alle Zeiten verloren.

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